Stützmauern

Stützmauern: Baustoffe und Konstruktion

Bewachsene Holztreppenstufen in einem naturnah gestalteten Waldgarten
Naturnahe Gartenanlage mit integrierten Stufen. Quelle: Wikimedia Commons, CC BY-SA

Naturstein

Naturstein ist ein traditionelles und ästhetisch ansprechendes Material für Stützmauern im Garten und Landschaftsbau. Es unterscheidet sich grundsätzlich in:

  • Trockenmauern: Steine werden ohne Mörtel übereinander geschichtet. Sie sind wasserduchlässig, bieten Lebensraum für viele Tierarten und sind naturnah. Geeignet für Neigungen bis etwa 65–70°. Für Trockenmauern sind flache, bruchraue Steine (Grauwacke, Sandstein, Schiefer) gut geeignet.
  • Gemörtelte Natursteinmauern: Steine werden mit Mörtel gesetzt. Höhere Stützkraft, aber geringere Wasserduchlässigkeit; Entwässerungsöffnungen (Speier) sind zwingend erforderlich.

Beton und Betonfertigteile

Betonstein-Stützsysteme bestehen aus vorgefertigten Blöcken oder L-Steinen, die ohne Mörtel gesetzt und rückverankert werden. Sie eignen sich für größere Höhen und stärkere Lasten. Vorteil: schnelle Montage, gleichmäßiges Erscheinungsbild. Betonfertigteile für Stützmauern werden nach DIN EN 1996 (Eurocode 6) bemessen.

Gabionen

Gabionen sind mit Steinen gefüllte Drahtkörbe aus verzinktem oder beschichtetem Stahldraht. Sie dienen gleichzeitig als Stütz- und Drainageelement und sind robust gegenüber Setzungen. Gabionen wirken ökologisch wertvoll, da sie Hohlräume für Kleintiere bieten. Im deutschen Gartenbau sind sie seit den 2000er Jahren weit verbreitet.

Die Maschengröße des Drahts und die Steinart (bevorzugt Bruchstein) sind auf die Belastung und den Einsatzort abzustimmen. Für größere Stützhöhen werden Gabionen mehrlagig aufgebaut und rückverankert.

Holzkonstruktionen

Robinienholz, Lärche und druckimprägniertes Kiefer sind für Stützkonstruktionen im Gartenbereich geeignet. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, hat jedoch begrenzte Dauerhaftigkeit und erfordert regelmäßige Wartung oder Erneuerung nach einigen Jahren. Für dauerhafte Lösungen sind Massivbaustoffe vorzuziehen.

Entwässerung hinter der Stützmauer

Unabhängig vom Baustoff ist eine funktionierende Drainage hinter der Stützmauer entscheidend. Angesammeltes Wasser erhöht den Erddruck erheblich und kann zur Zerstörung des Bauwerks führen. Typischerweise wird ein Drainagekörper aus Kies oder Drainageplatten, kombiniert mit einem Drainagerohr, eingebaut.

Fachkundige Planung empfohlen

Für Stützmauern über 1,0 m Höhe empfiehlt sich die Einbindung eines zugelassenen Ingenieurbüros. Die zuständige Landesingenieurkammer vermittelt entsprechende Fachleute.

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